Adalbert Stifter mit Burgruine Wittinghausen

 

Adalbert Stifter mit Burgruine Wittinghausen

1982; 40 x 50 cm

Mich widert alles Gemeine so an, daß ich ihm aus
dem Wege gehen muß, und wo ich es nicht kann, mich
unglücklich fühle. Mein Wesen strebt nach dem
Schaffen in edlen Kreisen, nach Umgang mit höheren
und guten Menschen.
(Adalbert Stifter)

Allegorie: Die Ruine.

Nicht nur Burg Wittinghausen bei Friedberg, auch
Stifter selbst war eine Ruine.
Malend und dichtend setzte er dem Lieblingsplatz seiner
Jugendjahre ein Denkmal (“Der Hochwald” und “Witiko”
gehören zum Besten, was Stifter schrieb). Dr. I.E. Walter
schildert (in “Stifters Werke”, Die Bergland-Buch-Klassiker)
ergreifend das Lebensende des edlen Maler-Dichters:
“Zermürbt und zersorgt lag der Dichter zu Bett... Die Welt
war über ihn hinweggegangen. Hatten sich für den
´Nachsommer´nur wenige verständnisvolle Leser gefunden,
so erregte der ´Witiko´durchwegs Ablehnung. Diese
Verständnislosigkeit schmerzte den Dichter um so mehr, als
er bei aller Bescheidenheit wohl wußte, daß, seit Grillparzer
schwieg, keiner lebte, der seinesgleichen war. Ein alter
müder Mann sah mit unendlich traurigen Augen in eine
Welt, die kein Ohr mehr für ihn hatte.
Er war am Ende.“