Hagen und die Wasserfrauen
 

 

Hagen und die Wasserfrauen

1980; 30 x 40 cm

Szene aus dem Nibelungenlied, wonach Hagen auf der Suche
nach einem Fährmann in einem der Donau vorgelagerten Tümpel
die beiden weissagenden Frauen überraschte und sich von ihnen
den Ausgang der Reise ins Hunnenland vorhersagen ließ:

Er suchte hin und wider nach einem Schiffersmann.
Er hörte Wasser plätschern - zu lauschen er begann -:
in einem Brunnen taten zwei weise Frauen das.
Sie kühlten sich darinnen und badeten sich in dem Naß.
Hagen sie gewahrte. Er schlich sachte hinzu.
Als sie den Helden sahen, flohen sie im Nu.
Daß sie ihm entrannen, freute sie gar sehr.
Der Held nahm ihre Kleider, doch tat er Schaden ihnen nicht mehr.
Da sprach das eine Meerweib - Hadeburg ward sie genannt:
“Herr Hagen, gebt uns wieder unser Gewand!
Wenn ihr uns, edler Recke, zurück die Kleidung gebt,
so sage ich, was bei den Hunnen auf Eurer Reise Ihr erlebt."
Sie schwebten wie die Vögel vor ihm auf der Flut,
ihn dünkten ihre Künste verläßlich und gut.
Was sie ihm sagten, das glaubt er um so mehr.
Ihrer eine sagte ihm dieses, was sein Begehr:
Sie sprach: “Ihr mögt wohl reiten in König Etzels Land.
Die Treue sei mein Bürge; mein Haupt sei Euer Pfand,
daß Helden niemals zogen in ein Reich so gut
mit also großen Ehren; darauf vertraue Euer Mut!“
Der Rede froh ward Hagen in seinem Herzen sehr.
Er gab zurück die Kleider und säumte nicht mehr.
Als angetan sie wieder ihr wunderbar Gewand,
da sagten sie ihm die Wahrheit von der Fahrt in Etzels Land.